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Etsch und Rhein
Mitte April begaben sich Studierende im Rahmen des gemeinsamen Wahlpflichtmoduls „Sichtbeton/Betontechnologie“ der Fakultäten FK01 und FK02 auf eine dreitägige Exkursion.
06/07/2026
Unter dem Titel „Etsch & Rhein“ ging die Exkursion nach Italien, in die Schweiz und nach Vaduz (Liechtenstein). Prof. Wolfrum (Fakultät Architektur) hatte eine abwechslungsreiche Route zusammengestellt, die sowohl Betonbegeisterte als auch an Ingenieurbaukunst interessierte Studierende und Lehrende gleichermaßen begeisterte.
Die erste Station war die Franzensfeste in Südtirol. Anschließend führte die Reise zur Universität und zum Cusanus-Kolleg nach Brixen. Nach einem kurzen Abstecher zur Musikschule mit ihrer markanten Fassade aus rotem Sichtbeton ging es weiter zum Zivilschutzzentrum in Klobenstein, dessen Stampfbetonfassade sich harmonisch in die alpine Landschaft einfügt.
Nach der Übernachtung in Bozen begann der zweite Exkursionstag am Seebad Kaltern. Das Freibad beeindruckte mit seiner unverputzten Stahlbetonkonstruktion und den komplexen geometrischen Formen. Anschließend führte ein kurzer Abstecher nach Bussolengo bei Verona zu einer verlassenen Fabrik des Ingenieurs und Architekten Angelo Mangiarotti. Danach stand ein Besuch des Castelvecchio in Verona auf dem Programm, bevor die Gruppe ihre Reise auf den Spuren Mangiarottis nach Baranzate bei Mailand fortsetzte. Dort wurde eine als Spannbetonkonstruktion ausgeführte Kirche besichtigt. Den Abend ließen wir in Como ausklingen.
Der dritte und letzte Exkursionstag begann mit der Fahrt nach Chiasso im Tessin, wo eine Doppelturnhalle aus Sichtbeton besichtigt wurde. Besonders markant sind dort die V-förmigen Doppelstützen, die auch auf dem Gruppenfoto zu erkennen sind. In Giornico bot sich anschließend die Gelegenheit, ein neu errichtetes Seniorenheim aus Sichtbeton zu besichtigen, das eindrucksvoll in die umgebende Berglandschaft eingebettet ist. Einen spannenden Kontrast bildete das Atelier Bardill im Bergdorf Scharans, dessen roter Sichtbeton bewusst mit der traditionellen Bauweise des Orts bricht.
Weiter ging es nach Chur. Dort standen die Betonfertigteile des Bündner Kunstmuseums sowie die im Brutalismus errichtete Heilig-Kreuz-Kirche auf dem Programm. Ein weiterer Höhepunkt war die kleine Wanderung zur Salginatobelbrücke, einem Meisterwerk des Brückenbaus des 20. Jahrhunderts. Besonders eindrucksvoll war die Möglichkeit, sogar die charakteristischen Hohlkästen der Dreigelenkbrücke zu betreten.
Die letzte Station der Exkursion war das Kunstmuseum in Vaduz. Seine aufwendig polierten Sichtbetonfassaden zeichnen sich durch ihre besondere Materialität aus. Der im Jahr 2000 errichtete Museumsbau erhielt durch schwarze Pigmente und Basalt als Gesteinskörnung seine charakteristische dunkle Erscheinung. Der Erweiterungsbau von 2015 setzt mit Weißzement und Marmor als Gesteinskörnung einen bewusst starken gestalterischen Kontrast.
Die Exkursion bot den Studierenden zahlreiche architektonische und konstruktive Eindrücke. Die besichtigten Bauwerke lieferten vielfältige Inspirationen und wertvolle Anregungen für die anschließenden Seminararbeiten.